„Bilderbuchprojekt“ feiert Geburtstag

Der Campus Frankenberg (Eder) wird  zehn Jahre alt – dieses Jubiläum begingen Vertreter von Hochschule, Wirtschaft, Politik und natürlich auch Studierende mit einer Feierstunde. Zum Wintersemester 2009/10 hatte StudiumPlus den Studienbetrieb in Frankenberg aufgenommen, mit damals 22 Studierenden. Die guten Erfahrungen, die die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) und das CompetenceCenter Duale Hochschulstudien – StudiumPlus e.V. (CCD) mit den dualen Studiengängen in Frankenberg machte, gaben Auftrieb für die Einrichtung weiterer Außenstellen – inzwischen sind es sechs. Frankenberg web

In den letzten zehn Jahren ist die erste Außenstelle von StudiumPlus gewaltig gewachsen. Zum Wintersemester 2018/19 wurde erstmals die angestrebte 100er-Marke überschritten, inzwischen studieren 121 junge Frauen und Männer in Frankenberg. Im Angebot sind drei Bachelor-Studiengänge und ein Master-Studiengang.

Der Leitende Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums Duales Hochschulstudium (ZDH), Prof. Dr. Harald Danne, begrüßte die „Familie“ von StudiumPlus, all jene, die von Anfang an zum Gelingen des Projekts beigetragen haben. Er erinnerte an den Satz „Wir sind gekommen, um zu bleiben“, der ganz zu Beginn gefallen war, und stellte erfreut fest, dass genau das eingetreten ist. „Innerhalb von einem Jahr wurde Frankenberg zu einem Hochschulstandort“, sagte er, das sei nur durch großes Engagement bei Landkreis, Stadt und IHK möglich gewesen, quer über Parteigrenzen hinweg. Voraussetzung für den Erfolg sei auch der Einsatz der Unternehmen gewesen.

„Die Übereinstimmung im Ziel bringt Veränderung in Gang“, bestätigte Norbert Müller CCD, in dem die weit über 900 Partnerunternehmen von StudiumPlus organisiert sind – 48 davon haben ihren Hauptsitz im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Und das gemeinsame Ziel sei gewesen, Zukunft zu sichern, Kompetenz in die Region zu bringen und die Unternehmen zu unterstützen.

Im Namen der Unternehmen bestätigte dies auch Prof. Dr. Markus Pfuhl, Chief Digital Officer der Viessmann Werke GMBH & Co. KG, die sich von Anfang an für den Campus in Frankenberg eingesetzt haben und viele Studierende entsenden. „Wie können wir dem Fachkräftemangel begegnen – diese Frage stand am Anfang“, sagte er. Aus dieser Frage sei der Wunsch entstanden, die Hochschule nach Frankenberg zu holen. Das duale Studium sei eine hervorragende Möglichkeit, junge Menschen früh und eng an das Unternehmen zu binden. Auch für die Absolventen biete das Vorteile: „Viele unserer ehemaligen Studierenden sind in Leitungspositionen aufgerückt“, berichtete Pfuhl. „Wir wollen diesen Weg mit Ihnen zusammen weitergehen.“

Dieser Wille wurde in einem von Campusleiter Prof. Dr. Gerd Manthei moderierten  Podiumsgespräch auch von anderen Protagonisten bestätigt – von THM-Präsident Prof. Dr. Matthias Willems, der sich an die intensive Zeit vor der Gründung des Campus erinnerte ebenso wie von Landrat Dr. Reinhard Kubat, der sich freute: „Mehr und mehr Unternehmen der Region erkennen, dass hier  gute Arbeit geleistet wird.“ Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß nannte den Campus Frankenberg ein „Bilderbuchprojekt“, das weiterentwickelt werde.

Natürlich kamen auch die zu Wort, die beim Studium im Mittelpunkt stehen: die Studierenden. Jannes Wilke hat zunächst eine Ausbildung gemacht und nun ein Bachelor-Studium im Studiengang Allgemeiner Maschinenbau begonnen, sein Partnerunternehmen ist die Günther Heißkanaltechnik GmbH. Der 21-Jährige aus Allendorf-Hardtberg nannte das praxisnahe Lernen ebenso als Vorteil wie die Möglichkeit, im Heimatort und in den Vereinen bleiben zu können. Vivien Graßhoff hat am Campus Bad Wildungen bereits ihren Bachelor-Abschluss gemacht, nun hat sie den Master-Studiengang Prozessmanagement in Frankenberg begonnen. Unterstützung, Vertrauen und Transparenz in familiärer Atmosphäre sind für sie die Schlüsselwörter, die sie mit dem dualen Studium verbindet. Bei der 23-jährigen aus Bromskirchen schließt sich auch ein Kreis: Ihr Betreuer im Unternehmen ist ein Alumni, der vor zehn Jahren mit dem ersten Jahrgang am Campus Frankenberg gestartet ist.

Alles gute Gründe, nach vorne zu schauen: Norbert Müller betonte, dass das Jubiläum nicht nur der Rückschau dienen solle: „Das Besondere von gestern ist das Normale von heute und das Überholte von morgen.“ StudiumPlus wolle in Frankenberg auch weiter Besonderes bieten und dafür gebe es am Campus viele Perspektiven und Möglichkeiten.