Achim Schneider hat neue Altersversorgung der Isabellenhütte mit konzipiert

Dillenburg. „Es ist nicht alltäglich, dass einer unserer Studierenden mit seiner Abschlussarbeit so einen Volltreffer landet!“ Das sagt Norbert Müller, Vorstandsvorsitzender des CompetenceCenter Duale Hochschulstudien – StudiumPlus e.V. (CCD), der Organisation der derzeit über 770 Partnerunternehmen von StudiumPlus. Achim Schneider, der beim dualen Studienprogramm der Technischen Hochschule Mittelhessen studiert hat, hat im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit gemeinsam mit der Abteilung Personalmanagement und dem Betriebsrat ein neues Modell der betrieblichen Altersversorgung (bAV) für die Isabellenhütte in Dillenburg ausgearbeitet – und das wird mittlerweile nicht nur umgesetzt, sondern wurde auch mit dem Deutschen bAV-Preis 2018 ausgezeichnet. 

Bachelor Arbeit verhilft zu baV Preis

„Mit dem Altersversorgungs- und Erfolgsbeteiligungsmodell ISAcare haben wir ein Instrument, um Zukunft zu sichern, Mitarbeiter zu motivieren und als Arbeitgeber attraktiver zu sein“, sagt Dr. Felix Heusler, geschäftsführender Gesellschafter der Isabellenhütte Heusler GmbH & Co.KG. Das Dillenburger Traditionsunternehmen beschäftigt etwa 950 Mitarbeiter und erwirtschaftet in den Geschäftsbereichen Präzisionslegierungen, Präzisions- und Leistungswiderstände sowie Präzisionsmesstechnik jährlich rund 150 Millionen Euro Umsatz. Achim Schneider hat zusammen mit seinem Betreuer im Unternehmen, Steffen Enseroth, ISAcare entwickelt, eine auf drei Säulen ruhende Altersversorgung, die der Arbeitgeber erheblich mehr als zuvor bezuschusst. Diese sieht nun auch eine jährliche Erfolgsbeteiligung vor, die der Arbeitnehmer optional in seine Altersversorgung einfließen lassen kann. Die Eigenbeiträge der Mitarbeiter werden zusätzlich noch aufgestockt. Bei Nutzung aller Möglichkeiten, die diese sehr flexible Altersversorgung bietet, beträgt der Arbeitgeberanteil knapp vier Prozent des durchschnittlichen Jahresbruttogehalts eines Arbeitnehmers. Das alles hat die Jury des Deutschen bAV-Preises offensichtlich überzeugt, die der Isabellenhütte in der Kategorie „kleine und mittlere Unternehmen“ den ersten Preis verliehen hat.

„Möglich ist eine Aufgabe in einem so sensiblen Bereich im Rahmen einer Bachelor-Arbeit nur, wenn der Studierende das Unternehmen sehr gut kennt“, sagt Steffen Enseroth. Und das tut Achim Schneider: Der 23-Jährige aus Eschenburg-Eiershausen hat schon seine Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Isabellenhütte gemacht und arbeitete im Personalmanagement, bevor er das duale Bachelor-Studium der Betriebswirtschaft in der Fachrichtung Mittelstandsmanagement bei StudiumPlus in Wetzlar begann. In den Praxisphasen seines Studiums durchlief er bewusst verschiedene Bereiche des Unternehmens, um dann zum Projektstudium und für die Bachelor-Arbeit wieder ins Personalmanagement zurückzukehren. Acht Monate Zeit hatte er, um nicht nur die neue bAV komplett mit Slogan und Logo zu konzeptionieren, er befasste sich auch intensiv damit, wie man dieses Modell sinnvoll vermarktet und den Mitarbeitern verständlich macht – mit Informationsveranstaltungen, Workshops und Einzelberatungen. „Transparenz, Information und Kommunikation waren uns sehr wichtig“, betont Dr. Heusler. Und dies hat sich ausgezahlt: Während zuvor ein Drittel der Mitarbeiter die betriebliche Altersversorgung nutzte, sind es nun zwei Drittel – und die Umsetzung ist noch im Fluss, so dass es nach Heuslers Überzeugung noch mehr werden. „Wir sind mit diesem Modell im Wettbewerb um Fachkräfte gut aufgestellt“, ist sich Heusler sicher.

„Dass die Projektarbeit so deckungsgleich mit dem Unternehmensinteresse ist, ist genau das, was wir bei StudiumPlus erreichen wollen“, sagt Norbert Müller. Und auch Heusler sieht genau darin die Kernkompetenz der dualen Studiengänge. „Herr Schneider ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass unsere Studierenden bereits in ihren Praxis- und Projektphasen sowie in ihren Bachelor-Arbeiten sehr gute Lösungen für konkrete Aufgabenstellungen ihrer Unternehmen erarbeiten", freut sich auch Prof. Dr. Pia Robinson, die den Studierenden seitens StudiumPlus im Unternehmen betreut hat. Und Achim Schneider ist auch nach Abschluss seines Studiums mit „seiner“ bAV beschäftigt: Er ist für den betrieblichen Prozess der Umsetzung weiterhin verantwortlich.