Tagung zum Thema Digitalisierung für Studierende und Unternehmen

Wetzlar. 350 Studierende und etwa 100 Unternehmensvertreter haben sich beim zweiten Smart Teaching Workshop von StudiumPlus in der Wetzlarer Stadthalle über digitale Herausforderungen, künstliche Intelligenz, Sicherheit und Innovation informiert. Die dualen Studiengänge der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) setzen einen Schwerpunkt auf dieses Thema, die Teilnahme an der Veranstaltung war für alle Studierenden des fünften Semesters Pflicht. Denn: „Deutschland hat einen neuen Rohstoff, der unendlich ist – Daten!“ Das sagte Norbert Müller, Vorstandsvorsitzender des CompetenceCenter Duale Hochschulstudien (CCD), in dem die über 800 Partnerunternehmen von StudiumPlus organisiert sind.

Dieser Rohstoff sorge dafür, dass die Karten im weltweiten Wettbewerb neu gemischt werden, führte Müller aus – „wer mit diesen Daten am besten arbeitet, der hat die Nase Auf dem Weg in die Zukunftvorn.“StudiumPlus wolle dazu beitragen, dass junge Nachwuchskräfte die entsprechende Qualifikation in die Unternehmen tragen. Das betonte auch Prof. Dr. Harald Danne, Leitender Direktor von StudiumPlus: „Digitale Grundfähigkeiten stehen im Zentrum unserer Ausbildung“, erklärte er – in Deutschland würden in absehbarer Zeit fünf Millionen Menschen benötigt, die über diese Grundfähigkeiten verfügen. THM-Präsident Prof. Dr. Matthias Willems stimmte ihm zu: „Wir stehen vor der Herausforderung, unsere 18.000 Studierenden fit zu machen beim Thema Digitalisierung – und StudiumPlus ist dabei der Vorreiter.“

Unter fachlicher Leitung von StudiumPlus Direktor Herrn Prof. Dr. Michael Guckert, gab es einen ganzen Tag lang Vorträge, Workshops und Impulse zu Themen wie Künstliche Intelligenz, zu juristischen Fragen im Internet der Dinge, praktischen Anwendungen in Geschäftsmodellen oder Dienstleistungen, Datennutzung als Marketinginstrument oder Datenschutz. Auch mögliche Probleme kamen zur Sprache, beispielsweise digitale Angriffsmöglichkeiten auf Unternehmen. Neben diesen Vorträgen standen den ganzen Tag über auch Vertreter von zehn Unternehmen zur Verfügung, die zeigten, was schon alles möglich ist.

So versteht sich die LiNetCo GmbH aus Dillenburg als digitaler Dienstleister, der dabei hilft, Lösungen zur Vernetzung und Automatisierung zu finden, beispielsweise mit einer speziellen Software für ein Fahrgastinformationssystem. Als Dienstleister sieht sich auch die.interaktiven GmbH & Co.KG aus Wetzlar, die ein Sprachsystem für Mitarbeiter im Vertrieb präsentierte, mit dessen Hilfe sich Daten schon während der Autofahrt zum nächsten Kunden dokumentieren lassen. Am Stand der Viessmann Werke GmbH & Co.KG konnte man mit einer Augmented-Reality-Brille selbst erleben, wie computergenerierte 3D-
Modelle und Anleitungen ins Gesichtsfeld eingeblendet werden und beispielsweise Wartungsarbeiten enorm erleichtern. Bei der Asslarer Pfeiffer Vacuum GmbH konnte man sehen, wie ein Pumpstand über eine Kontrolleinheit von überallher gesteuert wird, bei der Herborner Rittal GmbH & Co. KG wurde gezeigt, wie Kühlgeräte direkt ans Unternehmen melden, dass sie gewartet werden müssen. Bosch Thermotechnik demonstrierte, wie man Heizungen aus der Ferne steuern kann – beispielsweise um schon von unterwegs die Wohnung auf kuschelige Temperaturen zu bringen. Bei der AOK Hessen konnte man sich über die Verlagerung der Erhebung von Daten vom Papier ins Internet informieren, die Thermokon Sensortechnik GmbH aus Mittenaar stellte unter anderem Sensoren vor, die im Moment ihrer Bedienung den Strom erzeugen, den sie zur Erhebung und Übermittlung von Daten benötigen, die Medacom Informationssysteme GmbH aus Butzbach vertreibt 3D-Drucker für Ausbildungsbetriebe und die Industrie und die Syncro Experts GmbH und Co. KG präsentierte sich als Dienstleister, der Unternehmen bei der Optimierung ihrer Prozesse unterstützt.

Digitale Zukunft in die Unternehmen bringen die Studierenden bereits in ihren Praxisphasen. Anna-Maria Heime beispielsweise studiert Wirtschaftsingenieurwesen in der Fachrichtung Maschinenbau und berichtet, dass sie in ihrem Partnerunternehmen Weber Maschinenbau GmbH Breidenbach bereits jetzt viele Anstöße geben könne – und diese auch gerne aufgenommen würden. Das bestätigt auch Leonie Schwiezer. Das Partnerunternehmen der 21-Jährigen ist die Buderus Guss GmbH in Breidenbach. Sie hat sich in ihren Praxisphasen bereits damit befasst, Abläufe durch Automatisierungsprozesse zu beschleunigen. Auch sie kann bestätigen, dass Anregungen, die sie als dual Studierende einbringt, aufgegriffen werden – nur zwei Beispiele für die Übertragung der geforderten digitalen Fähigkeiten in die Unternehmen.