Erst testen, dann studieren

Noch immer sind Frauen in den MINT-Berufen – also in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik –  deutlich unterrepräsentiert. Das von der Europäischen Union und dem Hessischen Wissenschaftsministerium geförderte Hessen-Technikum ist ein neues Programm, das jungen Frauen die Möglichkeit gibt, den Berufsalltag in einem Unternehmen und  entsprechende Studiengänge kennenzulernen, bevor sie sich für ein Studium entscheiden. Auch StudiumPlus hat Technikantinnen über seine Angebote informiert. Teilnehmerinnen am Hessen Technikum bei StudiumPlus web

Am ersten Durchlauf des Hessen-Technikums nehmen 2019/2020 insgesamt 30 Frauen teil, vier davon an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM). Sechs Monate lang können die Abiturientinnen in die Tätigkeiten einer Ingenieurin, Informatikerin oder Naturwissenschaftlerin kennen lernen und gleichzeitig an einer Hochschule in MINT-Studienfächer hineinschnuppern. Ricarda Mohr und Alina Köhler gehören zu denjenigen, die davon Gebrauch machen.

Das StudiumPlus-Team stellte ihnen das Konzept des dualen Studienprogramms der THM und des CompetenceCenters Duale Hochschulstudien – StudiumPlus e.V. (CCD) vor und ermöglichte ihnen die Teilnahme an einer Lehrveranstaltung zum Thema „Digitaltechnik“. Praktische Einblicke in die digitale Welt  erhielten sie im „Smart Teaching Lab“. Außerdem standen ihnen Prof. Dr. Jens Hoßfeld und der CCD-Vorstandsvorsitzende Norbert Müller für ein Gespräch zur Verfügung.

Die 18-jährige Alina Köhler weiß schon jetzt, dass sie auf jeden Fall dual studieren will, und das auch bei StudiumPlus, dessen Angebote sie schon bei den Hochschulinformationstagen kennengelernt hat. Im Hessen-Technikum will sie sich nun näher über ihre Optionen informieren, denn noch ist sie sich nicht sicher, ob sie Bauingenieurin werden will oder doch lieber in Richtung Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieurwesen gehen möchte. Die 19-jährige Ricarda Mohr dagegen ist sich noch nicht sicher, was sie studieren will, aber es soll mit Mathematik zu tun haben – „ob in Kombination mit Technik oder Wirtschaft weiß ich noch nicht“, sagt sie.

Je drei Monate „schnuppern“ die jungen Frauen in jeweils zwei Unternehmen, wo sie vier Tage in der Woche sind – den fünften verbringen sie an der THM, wo sie die verschiedenen Angebote kennenlernen – so wie bei ihrem Besuch bei StudiumPlus in Wetzlar. Die Unternehmen, die sich zur Teilnahme bereit erklärt haben, sind überwiegend Partnerunternehmen von StudiumPlus. Alina Köhler ist seit einigen Wochen bei Kamax in Homberg, Ricarda Mohr im Gießener Mathematikum.

„Ich gratuliere Ihnen dazu, einen solchen Entscheidungsweg gewählt zu haben“, sagte Norbert Müller, der den Besucherinnen versicherte, dass ihnen in den MINT-Berufen sehr gute Karrierewege offen stünden. „Bei StudiumPlus werden Sie mit Blick auf die Umwälzungen durch die Digitalisierung ausgebildet – diese Kompetenzen erhöhen ihre guten Karrierechancen zusätzlich.“ Und Prof. Dr. Jens Hoßfeld betonte, dass StudiumPlus mit über 900 Partnerunternehmen viele Möglichkeiten biete. Und er erklärte: „Unsere Absolventen lernen die Unternehmen schon im Studium kennen und übernehmen daher nach dem Studium schnell spannende Aufgaben in verantwortungsvollen Positionen.“