Bettina Stark-Watzinger informiert sich am Campus Wetzlar über duales Studium, Technologietransfer und Digitalisierung

Wetzlar. Als eine der ersten Hochschulen bundesweit hat die neue Bundesministerin für Bildung und Forschung, Bettina Stark-Watzinger, am Samstag StudiumPlus in Wetzlar, die dualen Studiengänge der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), besucht. Bei dem Austausch mit der StudiumPlus-Leitung informierte sich Stark-Watzinger über die einzigartige Kooperation mit der Wirtschaft, digitale und hybride Lehrformen und Zukunftsperspektiven für das duale Studium. „Es ist toll, was bei StudiumPlus und an der THM geleistet wird“, sagte die Ministerin. Viele Anregungen nehme sie für den Aufbau der geplanten Deutschen Agentur für Transfer und Innovation (Dati) mit. DATI soll insbesondere den Transfer von Zukunftstechnologien aus den Hochschulen für angewandte Wissenschaften fördern. Das Eckpunktepapier kündigte Stark-Watzinger bis zum Ablauf der ersten 100 Tage ihrer Amtszeit an. 01152022Besuch Bundesbildungsministerin web

Über die Entstehung, die Entwicklung und das stetige Wachstum des größten Anbieters von dualen Studiengängen in Hessen informierte der Leitende StudiumPlus-Direktor Prof. Dr. Harald Danne. Mehr als 1800 Studierende sind aktuell in den sechs Bachelor- und vier Master-Studiengängen am Campus Wetzlar und den sechs Außenstellen in Mittel- und Nordhessen eingeschrieben. Mehr als 4300 Absolventen sind in 20 Jahren hervorgegangen. „Unsere Absolventen sind heißbegehrt“, sagte Danne. Mit fast 1000 Partnerunternehmen, zusammengeschlossen im CompetenceCenter Duale Hochschulstudien – StudiumPlus e.V. (CCD) verfüge StudiumPlus über das größte Unternehmensnetzwerk seiner Art. „Das duale Studium lebt von der Vielfalt der Anbieter, das gilt es in Deutschland zu erhalten“, sagte Danne, der auch stellvertretender Vorsitzender des Verbands Duales Hochschulstudium Deutschland e.V. ist. 

„StudiumPlus ist unser Aushängeschild“, sagte THM-Präsident Prof. Dr. Matthias Willems. Transfer sei die Stärke der dualen Studiengänge und der THM als stark anwendungs- und forschungsorientierte Hochschule - mit mehr als 18 000 Studierenden Platz zwei in Deutschland. Keine andere Hochschule in Deutschland kooperiere derart eng mit der Wirtschaft, so Willems.

Pandemiebedingt setzt StudiumPlus im laufenden Wintersemester auf ein Hybrid-Modell mit Präsenz- und Online-Anteilen. Umfragen haben gezeigt, dass sich die Studierenden auch für die Zukunft eine intelligente Mischform wünschen. StudiumPlus werde weiterhin großen Wert auf Unterricht vor Ort legen, die Herausforderung bestehe darin, das optimale Verhältnis zu finden, erklärte der geschäftsführende StudiumPlus-Direktor Prof. Dr. Jens Minnert, der zum April die Nachfolge von Danne als Leitender Direktor antreten wird. Der CCD-Vorstandsvorsitzende Uwe Hainbach stellte das Konzept Hörsaal der Zukunft vor: Räume mit hochmoderner Medientechnik und innovativem Mobiliar, die sukzessive an allen sieben Studienstandorten eingerichtet werden.

Auf großes Interesse der Ministerin stieß auch der in diesem Wintersemester erfolgreich gestartete neuartige Master-Studiengang Future Skills und Innovation, bei dem die Studierenden in fachübergreifenden Teams an gemeinsamen Projekten arbeiten. 

Stark-Watzinger, studierte Volkswirtin und frühere Geschäftsführerin der interdisziplinären Forschungseinrichtung LOEWE-Zentrum, lobte die enge Zusammenarbeit von Hochschule und Unternehmen. Diese stärke die mittelständisch geprägte Wirtschaft in Mittel- und Nordhessen, die zudem vom Know-how auf dem wichtigen Feld der Digitalisierung profitiere.

An dem Gespräch am Campus Wetzlar nahmen auch der Landtagsabgeordnete Dr. Matthias Büger sowie Wolfram Dette, Oberbürgermeister a.D. der Stadt Wetzlar und Mitglied des THM-Hochschulrats, teil.